News-Ticker

Selbsthilfetag am 02. Juni 2018 in Buxtehude

Dr. Andreas Kleinheinz, Annegret Meyer, Ulrich Brachthäuser (v.l.)

14 Selbsthilfegruppen haben sich mit einem Infostand präsentiert. Das Bühnenprogramm bestand aus Lesungen, Podiumsgesprächen und Kunst – vielfältig und ganz nah am Leben, wie die Selbsthilfe.

Markus Bock sprach darüber, wie sich Depressionen und Suizidgedanken anfühlen. Es ging um einen ungeschönten Blick auf die Gefühlswelt in depressiven Lebensabschnitten und deren Auswirkungen. Es war ein verständnisvoller Tatsachenbericht aus seinem Leben, mit seinen Stolpersteinen und seinen Wegen und Erklärungen. Er liest, um aufzuklären und Hände zu reichen und das Stigma kleiner werden zu lassen.

Kooperation zwischen Klinik und Selbsthilfegruppe

Die Kooperation zwischen der Dermatologischen Klinik des Elbe Klinikums Buxtehude und der SHG Hautkrebs Buxtehude und der Regionalgruppe Stade des Deutschen Psoriasis Bundes e.V. wurde in einer Podiumsdiskussion beleuchtet. Fazit: Die Kooperation funktioniert tadellos, so Dr. Andreas Kleinheinz, Leiter der Dermatologischen Klinik. Dr. Mohr hatte eine sehr positive Botschaft ausrichten lassen. (Er ist z. Zt. beim ASCO in Chicago) Die Kommunikation findet auf Augenhöhe statt.

Künstlerische Auseinandersetzung mit der Krankheit

Vergänglichkeit – Der Künstler Frank Rosenzweig begann vor 12 Jahren nach einer überstandenen schweren Krebserkrankung sich mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Er entwickelte eine neue malerische Technik, bei der eine kontrollierte Eisenoxidation Spuren auf dem Malgrund hinterlässt. Gegen diesen sichtbar gemachten Zerfallsprozess, als Symbol für das Endliche, kontrastiert Rosenzweig Blüten und Akte, welche für Jugend, und Schönheit stehen. So schafft er in der Tradition der Vanitas-Malerei eine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des menschlichen Daseins. Er geht auch in Schulen, arbeitet gerne mit Kindern und Jugendlichen. Dabei wird er von seiner Frau unterstützt.

Schreiben gegen die Sucht

Alkoholismus/Glücksspielsucht – Das Ehepaar Kai und Gisela Sender aus Bremen lasen aus ihren Büchern „Unser Suchtbericht“ und „Unser Mutbericht“, Sie berichteten, wie er und sie mit seiner Sucht umgehen, wie er aus der Therapie ins Leben zurückfand und wie beide wieder glücklich wurden. Es war ein sehr langer und steiniger Weg! Kai hat seine Sucht im Blick, denn er sagt: „Es ist eine Krankheit, die nicht geheilt, sondern nur gestoppt werden kann.“ Er leitet eine Selbsthilfegruppe und ist bundesweit bekannt für seinen Kampf gegen die Spielsucht.

Eine lohnende Veranstaltung

Der Publikumsverkehr hielt sich leider in Grenzen. Aber die Personen, die dort waren, haben sicher was mitgenommen. Die Gespräche an den Infoständen verliefen sehr gut und intensiv. Somit hat es sich gelohnt, vor Ort zu sein.

Die Termine für die nächsten Selbsthilfetage: am 18.08.18 im Bürgerhaus in Drochtersen, am 29.09.18 im neuen Rathaus und in der Seminarturnhalle in Stade.

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