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Korallenfreundliche oder rifffreundliche Sonnencremes – was steckt dahinter?

Kinderbild Sommer Sonne Sonnenschutz Foto: privat

Sonnenschutzmittel sind wichtig beim Aufenthalt am Meer und wenn wir dort schwimmen gehen. Doch bleibt das nicht ohne Folgen für die Umwelt, denn Schätzungen zufolge gelangen jährlich 14.000 Tonnen Sonnencreme weltweit ins Meer. Und einige der Inhaltsstoffe sollen dabei ökologisch wertvolle Korallenriffe schädigen.

Man unterscheidet bei Sonnenschutzprodukten zum Auftragen auf die Haut zwischen mineralischen und chemischen UV-Filtern. In der Diskussion stehen dabei vor allem die chemischen UV-Filter Octinoxat und Oxybenzon, die in Sonnencremes enthalten sind. Sie können die winzigen Lebewesen in den Korallenriffen schädigen. Auf Hawaii z.B. wurden deshalb schon bestimmte Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln verboten.  Mehrere informative Artikel zu der Problematik findet man online in der Deutschen Apotheker-Zeitung: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2022/05/02/was-verbirgt-sich-hinter-riffreundlicher-sonnencreme

Auch in der ZEIT gab es bereits vor Jahren Hintergrundinfos dazu: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/korallenbleiche-riff-sonnencreme-sonnenschutz

Ein häufig verwendeter Ersatz für Oxybenzon ist der chemische UV-Filter Octocrylen. Dieser ist ebenfalls umstritten, da als dessen Abbauprodukt wiederum Oxybenzon beziehungsweise Benzophenon entstehen kann. Mehr dazu: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/06/07/sonnencremes-besser-ohne-octocrylen

Dumm nur: Durch Schwitzen und beim Baden löst sich die Sonnencreme nach einiger Zeit von der Haut. Daher ist wasserfeste Sonnencreme vorzuziehen und die Auftragung spätestens alle 2 Stunden zu wiederholen. Nach dem Baden muss das Sonnenschutzmittel erneut aufgetragen werden. So gelangt noch mehr Sonnenschutzmittel in das Wasser.

Hautkrebs-Präventions-Leitlinie: Mehr Forschung nötig

Die S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs kann keinen eindeutigen Vorteil der einen oder anderen UV-Schutz-Filter erkennen. Dort heißt es:

“Bezüglich der Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit ausschließlich mineralischen Lichtschutzfaktoren (wie z.B. Zinkoxid oder Titandioxid) oder chemischen Lichtschutzfaktoren kann aufgrund des Mangels einer systematischen Literaturaufarbeitung keine Empfehlung ausgesprochen werden. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Sonnenschutzmittel insbesondere in Bezug auf die Resorption chemischer Mittel sowie die Frage nach ausreichendem Lichtschutzfaktor (und dies insbesondere für die Anwendung bei Kindern) müssen evidenzbasiert aufgearbeitet und bewertet werden, bevor eine Aussage hierzu möglich ist.”

Mehr zu den Inhaltsstoffen von Sonnenschutzmitteln lesen Sie auf dem Infoportal Hautkrebs mehr zu den Inhaltsstoffen und ihrer Wirkung: https://infoportal-hautkrebs.de/praevention-und-frueherkennung/praevention/sonnenschutz#

Tipps zum richtigen Eincremen:

  • Wählen Sie einen geeigneten Lichtschutzfaktor (LSF, oft auch SPF) aus, vor allem bei heller Haut sollte ein LSF von 30 (oder höher) verwendet werden.
  • Richtiges Auftragen ist wichtig! Tragen Sie eine ordentlich dicke Schicht gleichmäßig auf Ihre Haut auf. Experten empfehlen ungefähr 30 bis 40 ml für die gesamte Haut, das entspricht ungefähr der Menge eines Golfballs.
  • Viel hilft viel! Nur so wird der angegebene Lichtschutzfaktor erreicht. Werden Teile des Körpers durch Textilien geschützt verringert sich die Menge entsprechend.

awi

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