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Langzeitüberleben: Interviews zeigen die Patientensicht

Langzeitüberleben mit Hautkrebs war eines der großen Themen, die auf der diesjährigen NVKH-Konferenz besprochen wurden. Zwei Diskussionsteilnehmerinnen, Solveig Schnaudt vom HKND und Christine Stuhldreier-Hochstein vom MID wurden für die NVKH-Webseite interviewt.
Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (Logo)

Langzeitüberleben: Nach überstandenem Krebs ist vieles anders

Auch wenn Langzeitüberlebende meist als krebsfrei gelten, kann ihr Leben oftmals auch lange nach der Krebsdiagnose und nach Abschluss aller Therapien von erheblichen körperlichen, psychischen und psychosozialen Folgen der Erkrankung und Therapie geprägt sein.

Die NVKH sagt dazu: “Moderne Therapien und dadurch gestiegene Überlebens-Wahrscheinlichkeiten tragen dazu bei, dass der Aspekt Langzeitüberleben bereits bei Diagnose und in allen Stadien der Erkrankung seitens der Ärzt/innen mitgedacht werden sollte. Die Behandelnden sollten sich darüber bewusst sein, dass Hautkrebsüberlebende, auch noch Jahre nach operativen und medikamentösen Therapien, massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sein können.

Die Podiumsdiskussion zum Thema “Langzeitüberlegen”, moderiert von Hans-Walther Bötel vom HKND, war Teil des Programms der diesjährigen NVKH-Konferenz im Februar 2022, über die wir berichtet haben.

Die wichtige Sicht der Betroffenen – was kann Langzeitüberleben heißen?

Solveig Schnaudt von der Selbsthilfegruppe Nebenwirkung Nebennierenrinden-Insuffizienz sagt z.B.:

“Langzeitüberleben bedeutet für mich, immer wieder zu versuchen ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein, in der es nicht um meine Krankheit geht. Dazu brauche ich medizinische und zeitweilig psychologische Unterstützung. Nur so kann ich mit meinen Nebenwirkungen, die ich aufgrund der Therapien habe, fast „normal“ leben. Auch die Selbsthilfegruppe bietet mir Unterstützung, dort kann ich über meine Krankheit sprechen, ohne die Menschen in meinem täglichen Umfeld zu überfordern.”

Christine Stuhldreier-Hochstein von MID sagt:

Aufgrund anhaltender Nebenwirkungen befinden sich viele Langzeitüberlebende in Erwerbsminderungsrente und haben finanzielle Nöte, leben vielleicht sogar am Existenzminimum. Da müsste angesetzt werden. Meine Pflegekasse weigert sich z.B. einen Pflegegrad anzuerkennen, da ich zu gesund aussehe. Als Patient darum kämpfen zu müssen, wenn man sowieso schon mit Defiziten zu kämpfen hat, ist hart.

Das komplette Interview zum Langzeitüberleben finden Sie hier:

Langzeitüberleben – Zwischen Angst, Heilung und Lebensqualität

Die Videos von der NVKH-Konferenz und mehr zum Thema ‘Langzeitüberleben’ finden Sie auch hier: https://nvkh.de/media/video

awi

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