News-Ticker

Bericht von der Arbeit in der Leitlinienkommission

Die Konsultationsfassung des Updates der Präventionsleitlinie liegt nun vor. Im Gegensatz zu den herkömmlichen onkologischen Leitlinien richtet sich diese S3-Leitlinie an die gesamte Bevölkerung, vor allem an die Menschen, die noch nicht Hautkrebs-Patienten sind und nach Möglichkeit auch keine werden sollen. Das ist auch international gesehen ein Novum.

titel praeventionsleitlinieAn der Erstellung der S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs waren auch diesmal 54 Verbände verschiedenster medizinischer Fachrichtungen ehrenamtlich beteiligt. Bei dem aktuell vorliegenden Update arbeiteten auch zwei HKND-Mitglieder als Patientenvertreterinnen mit.

Die Konsultationsfassung kann noch bis zum 31. August 2020 von jedermann kommentiert werden. Mehr dazu hier: Start der öffentlichen Konsultationsphase

Viele Diskussionen ergaben sich über die Stärke der Empfehlungen (abgestuft nach „soll“, „sollte“ und „kann“): Inwiefern ergeben sich aus den Auswertungen der wissenschaftlichen Studien eindeutige Empfehlungen – und ist der Empfehlungsgrad möglicherweise zu hoch oder zu schwach gewählt aus Sicht der verschiedenen Verbands-Mandatsträger.

Breites Themenfeld

Ein viel diskutiertes Thema war die Solariennutzung, bzw. die prozentuale Erhöhung des Risikos, einen Hautkrebs zu erlangen nach Solariumsbesuchen, und zwar abhängig vom Alter und der Anzahl der Nutzungen.

Ein interessanter Diskussionspunkt war auch der Einfluss von Kaffeegenuss auf die Entstehung von Hautkrebs. Sind die Studienaussagen dazu wirklich eindeutig?

Eine weitere Schwerpunktdiskussion drehte sich um den UV-Index (abzurufen hier: https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizesuvi/gefahrenindexuvi.html oder hier: https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/prognose/prognose_node.html). Alle Mitglieder der Arbeitsgruppen waren sich nach den Studienauswertungen einig, dass der UV-Index in der Gesellschaft auf jeden Fall bekannter gemacht werden soll, auch wenn seine Aussagekraft Grenzen hat.

Evidenzbasierte Antworten auf wichtige Fragen

Eine grundlegende Frage ist auch: wie kann die Entstehung von Hautkrebs wirksam verhindert werden durch Schulungen in Kindergärten, Schulen und bei Menschen, die berufsbedingt mit jungen Menschen zu tun haben? Wie ist der Wirkungsgrad solcher Schulungen und welche Medien sollten dafür genutzt werden? Außerdem findet sich auch wieder ein wichtiges Kapitel über die Arzt-Patienten- Kommunikation, basierend auf aktuelleren Studienaussagen.

Ein wichtiger Aspekt, bei dem es viel Diskussionsbedarf gab, war der arbeitsbedingte Hautkrebs: die arbeitsmedizinische Vorsorge, dafür entstehende Kosten, Therapien und Nachsorge.

Die neue Präventionsleitlinie gibt auf viele dieser wichtigen Fragen evidenzbasierte Antworten und stößt unter Umständen weitere Diskussionen sowie Forschungsbedarfe an.

Antje Backes / Martina Kiehl 

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