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Teilnahme an klinischen Studien

Flaschen mit Flüssigkeiten Foto: Priit Tiganik (Wikimedia Commons)

Die Entwicklung in der Krebstherapie geht so schnell voran, dass ständig neue Medikamente entwickelt und erprobt werden. Bis zu deren Zulassung kann es Jahre dauern, deshalb sind klinische Studien für Patienten eine Möglichkeit, schon vor deren Zulassung mit neu entwickelten Substanzen oder Verfahren behandelt zu werden. Manchmal schlägt der behandelnde Arzt die Teilnahme an einer Studie vor. Oder Patienten suchen selbst nach Wegen, an einer Studie teilzunehmen.

Da die in Studien untersuchten Therapien häufig noch keine Zulassung haben oder noch weiter erforscht werden, kann es sein, dass noch keine umfangreichen Erfahrungen zum jeweiligen Medikament vorliegen, was z.B. die Nebenwirkungen betrifft. Deshalb kann eine Teilnahme neben Chancen auch Risiken bieten. Entscheidend ist auch, wie eine klinische Studie angelegt ist. Was ist das Vergleichsmedikament? Was genau soll getestet werden? Bekommt man evtl. nur ein Placebo? Auch ist nicht jede Studie wirklich sinnvoll, wie Patientenvertreter und Pharmakritiker oft bemängeln. Andererseits bieten Studien nicht nur die Chance auf den Zugang zu innovativen Therapien, die teilnehmenden Patienten werden auch besonders engmaschig und gründlich überwacht.

Vorher gut über klinische Studien informieren!

Informieren Sie sich gut, wenn Sie überlegen, an einer Studie teilzunehmen. Auf der Seite des Onko-Internetportals zu klinischen Studien der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie wertvolle Hinweise über Chancen und Risiken, über verschiedene Typen von Studien (z.B. Phase-I-, Phase-II- oder Phase-III-Studien) und auch eine Checkliste, was man den Arzt fragen sollte, sowie weitere nützliche Links. Auch beim Krebsinformationsdienst gibt es viele hilfreiche Erläuterungen zur Teilnahme an Studien.

Finden Sie heraus, was einzelne Elemente des Studiendesigns konkret für Sie bedeuten. Was bedeuten Randomisierung / verblendet / Placebo / Cross-over in diesem Fall konkret? Auch praktische Fragen sind zu beantworten: Kommen Kosten auf mich zu? Werden beispielsweise Fahrtkosten zu Zusatzuntersuchungen erstattet? Und auch wichtig: Wenn ich die Studie abbreche, welche weiteren Therapiemöglichkeiten stehen dann zur Verfügung? Denn Sie haben das Recht, jederzeit die Teilnahme an der Studie abzubrechen.

Wo findet man klinische Studien?

Zunächst können Sie auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) fündig werden. Hier sind im Studiennavigator viele Studien gelistet, die nach bestimmten Kriterien durchsucht werden können.

Leider ist die eigentliche Beschreibung der Studien zumeist auf Englisch, suchen Sie sich also ggf. jemanden, der des Englischen mächtig ist. Das gilt auch für die folgenden internationalen Studienübersichten.

Das europäische Register für klinische Untersuchungen bietet einen Zugang zu Studien, die in der EU-Datenbank EudraCT eingetragen sind (European Union Drug Regulating Authorities Clinical Trials): https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/search

Es werden Kontaktinformationen einschließlich Telefonnummern und E-Mail-Adressen aufgelistet, so dass sich Studien in Ihrer Nähe finden lassen. Die erweiterte Suche ist sehr detailliert, doch leider kann nicht zwischen „laufenden“ und „laufend – aber nicht mehr rekrutierend“ unterschieden werden. Eine einfache Möglichkeit ist hier, die NCT-Kennung zu notieren und auf http://clinicaltrials.gov zu gehen und zu vergleichen.

Sehr umfassend ist die amerikanische Datenbank des US National Institute for Health, die auch europäische Studien listet: http://clinicaltrials.gov/ct2/home. Wenn Sie auf eine Studie zu Ihrer Erkrankung klicken, erhalten Sie das Protokoll, einschließlich der Ein- und Ausschlusskriterien, und dann eine Liste mit Standorten am unteren Rand der Seite.

Und nicht zuletzt: Fragen Sie Ihre Selbsthilfegruppe. Vielleicht treffen Sie hier andere Patienten, die schon an Studien teilnehmen oder teilgenommen haben, und die ihre Erfahrungen gerne mit Ihnen teilen.

Auswahl von Studienregistern

(Quellen: Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, Onko-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft, Cancernet)

awi

Begriffe:

Die adjuvante Therapie erfolgt im Anschluss an eine Operation oder anderen Therapie, um Rückfälle oder Metastasen zu verhindern.

Die neoadjuvante Therapie wird vor einer geplanten Operation oder Strahlentherapie durchgeführt, um das Karzinom oder die Metastasen zu verkleinern und einer Operation besser zugänglich zu machen.

Die palliative Therapie dient zur Linderung von Symptomen oder zur Verhütung von Komplikationen bei unheilbarem Krebs.

First-Line“ bedeutet ohne vorherige medikamentöse Therapie, „second-line“ ist als zweite Behandlung nach einer ersten medikamnetösen Therapie zu verstehen usw.

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