News-Ticker

Wir suchen Ihre Geschichte! Wie sind Ihre Erfahrungen als Krebspatienten in der Coronakrise?

Darstellung eines alten Coronavirus Darstellung eines alten Coronavirus aus dem Jahre 1975 im Elektronenmikroskop.

Die Covid-19-Pandemie betrifft alle Menschen und hat unseren Alltag in vielen Bereichen verändert. Das gilt auch für den Umgang mit Krebserkrankungen seitens Patient*innen und Leistungserbringern des Gesundheitssystems. Wir wollen in den persönlichen Alltag von Hautkrebspatient*innen eintauchen und mehr über ihre Erfahrungen in dieser besonderen Zeit wissen und bitten Sie hiermit um Ihre aktive Mithilfe.

Der Covid-19-Virus stellt dabei nicht nur eine Herausforderung für Infizierte da, sondern wirkt sich auch auf Patient*innen mit Krebserkrankungen und Versicherte aus, beispielsweise durch Terminverschiebungen oder veränderte Situationen in der Arztpraxis oder im Krankenhaus.

Drei Partner der Nationalen Dekade gegen Krebs – das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft – haben reagiert und eine Task-Force gebildet, um die Beratung und Versorgung von Krebserkrankten während der COVID-19-Pandemie sicherzustellen. Man sorgt sich aktuell, dass die Versorgung Krebskranker leiden könnte. (Zur Pressemitteilung vom 14.5.2020)

Doch wie fühlt sich die derzeitige Situation für Hautkrebspatient*innen und behandelnde Ärzt*innen konkret an? Hier erzählen wir zwei Geschichten aus unserem Netzwerk. Wir möchten aber auch wissen, welche Erfahrungen Sie gesammelt haben? Wie hat sich Ihr Alltag und der Umgang mit Hautkrebs durch die Corona-Krise verändert? Wie gehen Sie mit Unsicherheiten um?

Schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse in einer E-Mail unter Angabe ihres Wohnorts und Ihres Alters. Wir werden daraus einen Bericht erstellen. Von Ihrem Namen verwenden wir bei Veröffentlichung nur den Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens. Die E-Mail-Adresse lautet info@hautkrebs-netzwerk.de.

Frau B., 43 Jahre, aus Saarbrücken hat erlebt, wie ungenaue Absprachen innerhalb von Arztpraxen zu Fehlinformationen führen können:

„Auf telefonische Nachfrage, ob meine Nachsorge trotz Corona stattfindet, erklärte man mir, dass dies zur Zeit nicht so wichtig wäre. Da ich jedoch mit meinem Sohn wegen eines anderen Problems drängte, kommen zu dürfen, bejahte man dies. Nach der Behandlung meines Sohnes fragte mich die Hautärztin, was mit meiner Nachsorge sei? Ich erzählte, dass man mir am Telefon sagte, diese sei im Moment nicht dringend notwendig. Daraufhin erklärte die Ärztin, dass sie den ganzen Tag nichts anderes machen würde als Nachsorgen durchzuführen. Was sagt uns das? Zwischen Personal und Ärzten gibt es nicht genügend Absprachen, zum Leid der Patienten. Ich war froh, dass meine Nachsorge doch noch stattgefunden hat, da es für uns als Patienten auch immer eine psychische Belastung ist.“

Prof. Eckhard Breitbart ist erster Vorsitzender des HKND und Dermatologe an den Elbekliniken in Buxtehude. Er hat in den ersten Wochen der COVID-19-Pandemie gesehen, dass – wie so oft – Bedürfnisse von Patient*innen von Ärzt*innen falsch eingeschätzt werden können, auch wenn man ihr Wohl im Blick hat:

„Kontrolluntersuchungen bei Krebserkrankungen sind wichtig und sollten auch in dieser Zeit wahrgenommen und nicht aufgeschoben werden. Beim Hautkrebs-Screening als Leistung für vermeidlich Gesunde ist es etwas anders. Die meisten Versicherten, die sich gesund fühlen, sind es auch. Die Möglichkeit, dass eine verdächtige Hautveränderung durch einen Terminaufschub später entdeckt wird, besteht ebenso wie die Möglichkeit, dass eine Hautveränderung genau in dem Verschiebungszeitraum erst sichtbar wird und somit sogar eher und nicht erst beim nächsten Termin gefunden wird. Wir haben deshalb angeboten, Hautkrebs-Screenings für nicht Erkrankte zu verschieben, um Versicherten den Besuch einer Arztpraxis ohne akuten Grund zu ersparen. Dieses Angebot kam zum Teil gar nicht gut an. Aus Sicht der Versicherten hatten sich viele schon monatelang innerlich auf den Termin eingestellt und ein Aufschub führte nur zu mehr Unsicherheit. Das hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, die Perspektive von Patient*innen bei medizinischen Ratschlägen mit einzubeziehen. Unsere Hautkrebs-Screenings bieten wir natürlich auch termingerecht an und verschieben diese nur, wenn

 Versicherte sich damit wohl fühlen.“

 

Also noch einmal: Wir freuen uns sehr über Ihre Zuschriften zum Thema und werden diese – in anonymer Form – unseren Leser*innen gerne zugänglich machen. Außerdem finden Sie weiter unten eine wissenschaftliche Umfrage zum gleichen Thema, bei der Sie sich beteiligen können.

Mit bestem Dank für Ihre aktive Mithilfe und Unterstützung verbleibe ich

Ihre Claudia Meyer zu Tittingdorf (stellvertretende Vorsitzende des Hautkrebs-Netzwerks Deutschland e.V.)

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