News-Ticker

Hautkrebs-Screening unter Beschuss, Sonnencreme neu erklärt, mRNA-Impfung gegen Hautkrebs

Kleine Medienschau zur Gesundheitsreform, zur Prävention und zur Behandlung von Hautkrebs

Hautkrebs ist derzeit überall im Gespräch. Nicht nur wegen der umstrittenen Gesundheitsreform, sondern auch wegen des Sommerwetters erfahren die Themen Hautkrebsprävention, Früherkennung und Behandlung derzeit große mediale Aufmerksamkeit. Wir haben einige wichtige Updates zusammengefasst.

Umfassendes Spiegel-Interview mit Prof. Eckhard Breitbart

Unter dem Titel „Woran Sie die verschiedenen Arten von Hautkrebs erkennen“ hat Spiegel-Medizinredakteurin Veronika Hackenbroch ein sehr umfassendes und informatives Interview  mit unserem Vorstandsvorsitzenden Prof. Eckhard Breitbart geführt.

Der Dermatologe weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Früherkennung ist: Er hatte bereits 23-mal Hautkrebs, überwiegend Plattenepithelkarzinome, eine Form des weißen Hautkrebses.

Im Gepräch erklärt er, dass sich Vorstufen wie die aktinische Keratose oft früh erkennen lassen. Typisch sind leicht gerötete, raue Hautstellen, die sich wie feines Sandpapier anfühlen. Werden sie nicht behandelt, können sie sich zu einem invasiven Tumor entwickeln. Auch das Basalzellkarzinom, der häufigste bösartige Hauttumor, beginnt meist unauffällig als kleines, hautfarbenes Knötchen. Im Verlauf wächst es langsam, verändert seine Farbe, bildet feine Blutgefäße und kann schließlich tief ins Gewebe eindringen. Obwohl es nur selten Metastasen bildet, zerstört es Haut, Muskeln und sogar Knochen.

Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) entwickelt sich aus einem Muttermal, auch oft ohne Vorstufe und kann früh Metastasen bilden. Warnzeichen sind unregelmäßige Ränder, unterschiedliche Farben innerhalb eines Muttermals oder ein neu entstandenes beziehungsweise sich deutlich veränderndes Pigmentmal. Er rät dringend, bei solchen Veränderungen sofort einen Hautarzt aufzusuchen.

Die Weltgesundheitsorganisation stuft UV-Strahlung als ebenso krebserregend ein wie Tabak oder Asbest. Breitbart berichtet, dass häufige Sonnenbrände in seiner Kindheit maßgeblich zu seinen späteren Erkrankungen beigetragen hätten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews ist die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut. Einmal im Monat sollte der gesamte Körper – einschließlich Kopfhaut, Fußsohlen, Zehenzwischenräumen und Genitalbereich – systematisch kontrolliert werden. Wer seine Muttermale kennt, bemerkt Veränderungen schneller und kann frühzeitig ärztlichen Rat einholen.

Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko haben insbesondere Menschen mit hellem Hauttyp, vielen Pigmentmalen, familiärer Vorbelastung, einer früheren Hautkrebserkrankung oder hoher UV-Belastung, etwa durch Arbeit im Freien oder häufiges Sonnenbaden.

Kritisch äußert sich unser Vorsitzender zur aktuellen Organisation des Hautkrebs-Screenings in Deutschland. Zwar sei die Früherkennung grundsätzlich wirksam und könne die Sterblichkeit am Melanom deutlich senken. Das bestehende Screening-Programm erreiche jedoch zu wenige Menschen und habe durch Qualitätsprobleme an Wirksamkeit verloren. Statt einer Abschaffung plädiert er für ein risikoorientiertes Screening, bei dem Menschen mit erhöhtem Risiko regelmäßig und individuell von Hautärztinnen und Hautärzten untersucht werden.

Das Interview im Spiegel unter „Woran Sie die verschiedenen Arten von Hautkrebs erkennen“ (leider hinter der Bezahlschranke)

Ausführliches Gespräch mit Prof. Dirk Schadendorf in der Sendung SPRECHSTUNDE im Deutschlandfunk

Prof. Dirk Schadendorf ist einer der international führenden Hautkrebs-Experten und leitet die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Essen. Seine Forschungsschwerpunkte sind insbesondere das maligne Melanom, moderne Immuntherapien und zielgerichtete Krebsmedikamente.

In der Sprechstunde vom 30.06.2026 „Hautkrebs – Möglichkeiten von Diagnostik und Therapie“  beantwortete er Hörerfragen rund um Vorbeugung, Diagnostik sowie moderne Behandlungsformen bei hellem und schwarzem Hautkrebs. Er erklärt die wichtigsten Unterschiede zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs, zeigt, warum Früherkennung so entscheidend ist, und gibt praktische Tipps zum wirksamen Schutz vor UV-Strahlung.
(Link zur mp3-Audiodatei)

Neues Video von MaiThink X zu Sonnencreme räumt mit Fehlinformationen auf

In diesem aufklärenden Video wirft die Influencerin und promovierte Chemikerin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim einen genaueren Blick auf das Thema Sonnencreme: Welche Inhaltsstoffe sind wirklich sicher? Was versprechen die Hersteller – und was halten sie wirklich? Entsteht Hautkrebs durch Sonnencreme?

Im Internet kursieren viele alarmierende Behauptungen, die Sonnenschutzmittel pauschal als Krebsverursacher darstellen. Im Video geht MaiThink X diesen Fehlinformationen auf den Grund: Sie trennt Fakten von Fake News und erklärt wissenschaftlich fundiert, warum diese Angst unbegründet ist. Man erfährt, wie Sonnencreme tatsächlich wirkt, welche Inhaltsstoffe wirklich problematisch sein können und warum der Verzicht auf Sonnenschutz das eigentliche Risiko für die Haut darstellt. Ein wichtiger Beitrag für fundierte Entscheidungen und echten Schutz.

Zum Video auf Youtube: MaiThinx – Die Wahrheit über Sonnencreme

Hautkrebs früh erkennen – warum Vorsorge Leben retten kann

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen – und die Zahl der Betroffenen steigt. Im Interview mit den Westfälischen Nachrichten erklärt Prof. Carsten Weishaupt, warum er regelmäßige Hautkrebs-Screenings unverzichtbar hält und was man daran verbessern könnte. Neben einer besseren Dokumentation der Befunde wäre das gezielte Einladen zum Screening, wie etwa für Brustkrebs, eine Maßnahme für mehr Bewusstsein. In Zukunft könnten Ganzkörperscanner und Handy-Apps die Experten unterstützen, jedoch nicht ersetzen. Zum Artikel „Hautkrebs-Vorsorge könnte aus den Köpfen verschwinden“ (Paywall)

 

Studienergebnisse zur Impfung gegen einen Hautkrebs-Rückfall machen Mut

Die Apotheken-Rundschau berichtet über eine neue Studie aus den USA, die auch an deutschen Zentren läuft. Anders als viele andere Impfstoffe – etwa gegen Grippe – beugt das Mittel nicht dem Ausbruch von Hautkrebs vor. Stattdessen soll es verhindern, dass der Hautkrebs zurückkehrt, wenn dieser vorher in einer OP entfernt wurde. Der Impfstoff ist also Teil der Behandlung. Dafür soll er die Körperabwehr so aktivieren, dass sie besser gegen die Krebszellen kämpfen kann. Im Artikel kommt auch Prof. Thomas Eigentler zu Wort, der die Studie an der Berliner Charité begleitet.
Artikel: „Erster mRNA-Impfstoff gegen Hautkrebs in Sicht – Durchbruch in der Onkologie“

Auch am UKE in Hamburg läuft die Studie zu der mRNA-Impfung mit dem Namen Intismeran.
Die personalisierte mRNA-Impfung richtet sich gegen aggressive, winzig kleine Mikrometastasen, die sich irgendwo im Körper verstecken. „Da kein Tumor dem anderen gleicht, müssen wir für jede:n Patient:in eine eigene Abwehrstrategie finden“, sagt Prof. Dr. Christoffer Gebhardt, Leiter des Hauttumorzentrums am UKE in diesem Artikel: „Die Spritze gegen den Killer“

awi

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner