Die Barmer warnt: Deutlicher Anstieg der Hautkrebsdiagnosen
Hautkrebs in Deutschland: Zahlen, Trends und Risiken
Der BARMER-Arztreport 2025 zeigt einen deutlichen Anstieg der Hautkrebsdiagnosen in Deutschland seit 2005. Die Zahl der Fälle von Melanomen hat sich mehr als verdoppelt, während die Fälle von weißem Hautkrebs nahezu verdreifacht sind.
Hautkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Der BARMER-Arztreport 2025 analysiert aktuelle Entwicklungen und liefert wertvolle Erkenntnisse zu Häufigkeit, Risikofaktoren und Versorgung.
Im Mittelpunkt stehen das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) und der nicht-melanotische Hautkrebs (weißer Hautkrebs), wobei spezifische Krankheitsbilder, Diagnosehäufigkeiten und Sterblichkeitsraten detailliert untersucht werden.
Besonders betroffen sind Personen der Geburtsjahrgänge ab Ende der 1950er Jahre. Erfreulicherweise scheint das Hautkrebsrisiko bei den nach 1980 Geborenen wieder zu sinken, möglicherweise aufgrund eines bewussteren Umgangs mit UV-Strahlung oder aufgrund geänderten Freizeitverhaltens.
Frauen sind häufiger von Hautkrebs betroffen als Männer, wobei Männer höhere Neuerkrankungsraten aufweisen. Zudem nehmen Krankenhausbehandlungen aufgrund von Hautkrebs, insbesondere bei weißem Hautkrebs, stetig zu.
Hier geht es zu den interaktiven Grafiken des Reports, in denen man selbst recherchieren kann:
https://www.bifg.de/publikationen/reporte/arztreport/arztreport-hautkrebs
Epidemiologie: Inzidenz und Prävalenz von Hautkrebs
Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)
Laut Krebsregisterdaten gab es 2020 in Deutschland 11.320 Neuerkrankungen bei Frauen und 12.240 bei Männern, womit das maligne Melanom die vierthäufigste (Frauen) bzw. fünfthäufigste (Männer) Krebserkrankung darstellte.
Die Einführung des Hautkrebs-Screenings als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2008 führte zunächst zu einem Anstieg der Diagnosen. Danach blieb die altersbereinigte Neuerkrankungsrate stabil.
Für 2022 zeigt die Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) 25.448 Neuerkrankungen. Gleichzeitig verdeutlichen Prävalenzschätzungen, dass mehr als 232.000 Menschen in Deutschland mit einem malignen Melanom leben.
Weißer Hautkrebs (NMSC)
Nicht-melanotischer Hautkrebs ist die häufigste Krebsform in Deutschland. 2020 erkrankten 96.490 Frauen und 112.300 Männer. Während altersstandardisierte Raten stabil blieben, nahm die absolute Zahl aufgrund der demografischen Entwicklung zu.
Im internationalen Vergleich zeigt die Global Burden of Disease Study (2010–2019), dass die absolute Zahl der Neuerkrankungen jährlich um 2–3 % stieg. Altersbereinigt blieb die Rate jedoch konstant, was auf eine steigende Lebenserwartung zurückzuführen ist.
Todesfälle durch Hautkrebs
- 2023 starben 3.169 Menschen an malignem Melanom, was 0,31 % aller Todesfälle entspricht.
- Nicht-melanotischer Hautkrebs war für 1.332 Todesfälle verantwortlich (0,13 %).
Im Vergleich zu 2005 sind die absoluten Todeszahlen beim malignen Melanom um 36 % gestiegen, beim nicht-melanotischen Hautkrebs sogar um 141 %.
Krankenhausbehandlungen und Versorgung
Krankenhausstatistiken belegen eine steigende Zahl stationärer Behandlungen:
- Malignes Melanom: Anstieg um 21 % von 2005 bis 2023.
- Nicht-melanotischer Hautkrebs: Verdoppelung der Behandlungsfälle (+106 %).
Die Corona-Pandemie führte zwischen 2020 und 2022 zu einem Rückgang der Krankenhausfälle, doch 2023 erreichten die Zahlen wieder das Vorkrisenniveau.
Risikofaktoren und Kohorteneffekte
UV-Strahlung als Hauptursache
Die wichtigste Ursache für Hautkrebs ist UV-Strahlung. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle:
- Kumulative Exposition: D.h. wieviel Strahlung man insgesamt abbekommen hat. Entscheidend für weißen Hautkrebs.
- Intermittierende Exposition und Sonnenbrände in der Kindheit: Wesentlicher Risikofaktor für das maligne Melanom.
Generationenunterschiede
- Bei Frauen der Jahrgänge 1960–1970 wurde Hautkrebs deutlich früher diagnostiziert als bei früheren Generationen.
- Die Nutzung von Solarien in den 1980er/90er-Jahren könnte dazu beigetragen haben.
- Ab den 1980er-Jahrgängen gibt es Hinweise auf verbesserten Sonnenschutz und möglicherweise niedrigere Hautkrebsraten.
Fazit: Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen
Der Arztreport 2025 zeigt, dass Hautkrebs weiterhin eine bedeutende Gesundheitsherausforderung darstellt. Prävention und Früherkennung sind entscheidend, insbesondere durch:
- Verbesserte Aufklärung über UV-Schutz
- Verbot von Solarien für Jugendliche
- Weiterentwicklung von Immun- und Zielgerichteten Therapien
Die demografische Entwicklung wird die absolute Zahl der Erkrankungen weiter steigen lassen, sodass Gesundheitsstrategien verstärkt auf Prävention und Früherkennung setzen müssen.
Unsere Empfehlung: Geht regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge und schützt euch vor der Sonne – denn eure Haut vergisst nichts!
Quellen:
- Arztreport 2025: Hautkrebs – Häufigkeit und Risikofaktoren
- RKI Krebsregisterdaten 2024
- Statistisches Bundesamt 2024
awi









