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36. Hautkrebskongress in Leipzig: Wie gelingt ein gesundes Leben nach dem Krebs?

Vom 9. bis 12. September 2026 wird Leipzig zum Treffpunkt der Hautkrebsmedizin. Auf dem 36. Hautkrebskongress präsentieren führende Expert:innen aktuelle Entwicklungen in Forschung, Diagnostik und Therapien. Unsere Selbsthilfegruppen vom HKND sind natürlich auch vor Ort und diskutieren mit.

Im Fokus stehen Themen wie Immuntherapie, mRNA-basierte Krebsimpfung, KI-gestützte Diagnostik und innovative Zelltherapien. Darüber hinaus rückt mit dem Begriff Cancer Survivorship die Frage in den Blick: Wie gelingt ein gesundes Leben nach dem Krebs?

Was bedeutet Cancer Survivorship?

Über fünf Millionen Menschen in Deutschland haben Krebs überlebt. Aber nicht jeder Krebspatient ist danach komplett gesund. Jährlich erkranken in Deutschland dazu etwa 500.000 Menschen neu an Krebs. Wer fünf Jahre nach seiner Krebstherapie nicht wieder erkrankt, gilt häufig als „geheilt“, ist aber nicht automatisch auch gesund. „Durch die Krebsbehandlung können Nebenwirkungen auftreten, mit denen die Betroffenen langfristig konfrontiert sind“, erklärt Prof. Dr. med. Judith Gebauer. Sie ist Professorin für „Cancer Survivorship“ am Universitären Krebszentrum in Leipzig. Die Professur ist eine von nur vieren in ganz Deutschland. Ein flächendeckendes Nachsorgeprogramm fehlt bislang in Deutschland.

Noch wenig strukturierte Nachsorge

Dabei wird das Thema Langzeitnachsorge für ehemals krebserkrankte Menschen immer wichtiger. Es gibt immer mehr Menschen, die Krebs überleben. Viele von ihnen kämpfen mit Spätfolgen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonellen Erkrankungen, Nervenschäden oder auch psychischen Folgen wie Ängsten und Depressionen. „Sowohl bleibende Einschränkungen als auch neue Erkrankungen können langfristig die Gesundheit und Lebensqualität der Überlebenden relevant einschränken“, so die Professorin.

Auch bei Patient:innen mit Hautkrebs (Melanom) haben moderne Immuntherapien die Überlebenschancen deutlich verbessert. Trotzdem kämpfen viele Betroffene mit der Angst, dass der Krebs zurückkehrt. Welche langfristigen Folgen die Therapien haben können, ist noch nicht vollständig erforscht. Die Betreuung im Rahmen von Cancer-Survivorship-Programmen setzt genau dort an. Die Patient:innen werden langfristig begleitet und betreut. Bei Hautkrebserkrankten stehen unter anderem regelmäßige Hautscreenings und die Kontrolle von Hormonwerten auf dem Programm. Zudem erhalten die Patient:innen psychologische Unterstützung.

„Spezialisierte Cancer-Survivorship- beziehungsweise Langzeitnachsorgeprogramme ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und Behandlung möglicher Langzeit- und Spätfolgen nach Krebs und bieten ein ganzheitliches sowie präventives Versorgungsangebot“, sagt Professorin Gebauer. Sie hat 2025 eine Spezialsprechstunde für ehemalige Krebspatient:innen am Universitätsklinikum Leipzig eingeführt. Dort werden sowohl medizinische als auch psychologische Aspekte berücksichtigt. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Cancer-Survivorship-Versorgung. Wie die Betreuung von Krebsüberlebenden in anderen Ländern aussieht, darüber spricht sie auf dem 36. Deutschen Hautkrebskongress vom 9. bis 12. September in Leipzig.

Unter dem Titel „Nebenwirkungsmanagement und Survivorship“ – Leben nach und mit einer Krebserkrankung wird das wichtige Thema auch beim öffentlichen Forum Hautkrebs diskutiert, an dem Erkrankte, Angehörige und alle Interessierten am Samstag, 12.09.2026,  14:00 – 16:30 Uhr am Rande des Kongresses in Leipzig kostenlos teilnehmen können.

Hintergrund

Vier Personen am Infostand des Hautkrebs-Netzwerks Deutschland

Mit dem gemeinsamen Infostand auf dem Hautkrebskongress in Essen 2025

Der Deutsche Hautkrebskongress ist die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) und der wichtigste deutschsprachige Fachkongress für Hautkrebs. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen in Forschung, Diagnostik und Therapie. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland.

Alle Informationen sowie das Tagungsprogramm unter: ado-kongress.de

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