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Zu Gast im Hauttumorzentrum Freiburg

Vorstand des Hautkrebs-Netzwerks Deutschland Vor der Klinik: Vorstand des Hautkrebs-Netzwerks Deutschland. (Foto: F. Meiß)

Am 21.07.2017 waren wir anlässlich unserer Vorstandssitzung im Hauttumorzentrum Freiburg zu Gast. Es gehört zum Comprehensive Cancer Center Freiburg und damit einem der 14 von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichneten onkologischen Spitzenzentren in Deutschland.

Interdisziplinär vernetzt: das Hauttumorzentrum Freiburg

Draußen herrschten bestimmt über 30 Grad Celsius, doch in der Bibliothek der Hautklinik war es Dank eines Ventilators einigermaßen auszuhalten. Dr. Frank Meiß, der Leiter des Hauttumorzentrums Freiburg, führte uns in die Arbeitsweise seines Teams ein und beschrieb dessen interdisziplinäre Vernetzung innerhalb der Uniklinik Freiburg. Das Zentrum behandelt pro Jahr viele hundert Hautkrebspatienten leitliniengerecht und kann z.B. auch im Rahmen klinischer Studien innovative Therapien anbieten.

 Tumor-Dokumentationssytem

Das Tumor-Dokumentationssytem Carat+ (Abb. Hauttumorzentrum Freiburg)

Besonders gelungen finden wir als Patientenvertreter dabei z.B. die Einbindung eines Psychoonkologen, der bei der Visite dabei ist und die Patienten proaktiv anspricht. Die intensive Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe Hautkrebs Freiburg, die ich seit vielen Jahren leite, ist für beide Seiten ein Gewinn.

Eine Besonderheit des Hauttumorzentrums Freiburg ist die gründliche Tumordokumentation mit dem Namen Carat+, die eine gute Datenlage zu Hauttumoren bildet und damit auch für die Forschung attraktiv ist.

Neues aus Forschung und Therapie

Außerdem bekamen wir einen guten Überblick darüber, was derzeit in der Behandlung von Hautkrebs an zukunftsweisenden Forschungsergebnissen diskutiert wird. So gibt es immer mehr Daten dazu, inwieweit sowohl die Immuntherapie aus auch die sogenannte „Zielgerichtete Therapie“ Erfolge bei Hirnmetastasen bringt.

Hoffnung machen auch Forschungsergebnisse zu der wichtigen Frage, wie lange der Erfolg der neuen Therapieoptionen beim individuellen Patienten anhält. Und es gibt neuere Daten dazu, dass auch nach Absetzen oder einem Wechsel von Therapien – z.B. aufgrund von Nebenwirkungen – und einer späteren Wiederaufnahme erfreulich viele Patienten erneut auf den zuvor erhaltenen Wirkstoff ansprechen.

Grafik: Universitätsklinikum Freiburg

Noch weiter unklar ist dagegen, ob man mit Immuntherapie beginnen und dann zur Zielgerichteten Therapie (Erklärung der Begriffe unter https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs.html#therapie  wechseln soll, oder umgekehrt.

Und Forschungsbedarf gibt es auch weiter zu der Frage, was die besten Biomarker (siehe https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/biomarker-basis-fuer-die-person.html) sind, um Anhaltspunkte für Behandlung und Prognose zu erhalten.

Vortragsfolie

Grafik: Universitätsklinikum Freiburg

Interessante zukünftige Therapien könnten z.B. aus Kombinationen von PD1-Hemmern und IDO bzw. T-Vec bestehen, doch das ist noch Zukunftsmusik.

Neue Therapieoptionen beim Merkelzellkarzinom und beim metastasierten Plattentepithelkarzinom

Auch wenn das Merkelzellkarzinom und das metastasierte Plattentepithelkarzinom sehr selten sind, ist es erfreulich, dass auch hier neue Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.

Übrigens: Bei unserem nächsten Hautkrebspatiententag in Heidelberg stellen Ihnen Experten die neuesten Therapiemöglichkeiten für verschiedene Hautkrebsarten vor und geben Ihnen gerne Antworten auf Ihre Fragen.

Volker Hodel

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