News-Ticker

Das Hautkrebs-Netzwerk war live im MDR zu Gast!

Moderator und Annegret Meyer Zu Gast beim MDR: Annegret Meyer stellt das HKND vor
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Annegret Meyer war in der MDR-Sendung „MDR um 11“ vom 26.3.2018 live zu Gast und wurde gebeten, das Hautkrebs-Netzwerk und unsere Arbeit dort vorzustellen. In der Sendung ging es auch um die Therapie und Forschung an der Universität Dresden und um personalisierte Tumormedizin.

Moderator:
„…Zu einem Medizinthema bei MDR um 11 – zum schwarzen Hautkrebs. Bitte nicht gleich erschrecken – wird er rechtzeitig entdeckt, sieht es mit der Heilung relativ günstig aus. Momentan ist das operative Entfernen immer noch die sicherste Maßnahme, um ihn zu beseitigen. Systemmediziner der Uniklinik Dresden arbeiten jetzt an einer maßgeschneiderten Kombinationstherapie, mit der man in Zukunft diesen Hautkrebs deutlich früher gezielt behandeln könnte…“

Filmbeitrag:
Direkte und unkontrollierte UV-Strahlung gilt als größter Risikofaktor für Hautkrebs. Zu wenig Schutz erhöht die Gefahr einer Erkrankung. Die Auslöser können Jahre zurückliegen; die wohl aggressivste Form ist der schwarze Hautkrebs. Bei Peter S. wurde er nicht rechtzeitig erkannt und als solcher behandelt. Der Schock saß tief, als ein Teil des Fingers deshalb amputiert werden musste. „Eigentlich versteht man das ja im Moment nicht, weil das ja Lateinisch dann gesagt wird. Das geht eh wie in ‚em Film an einem vorbei, net. Das ist ein plötzliches Ereignis; die Tragweite kann man überhaupt nicht verstehen am Anfang.“

Möglicherweise hätte der Finger des 48-jährigen gerettet werden können, wenn die Ärzte ihre zunächst gestellte Diagnose früher hinterfragt hätten.
„Das tut nicht weh, das ist eine ganz normale Wunde und die Ärzte haben das ja auf Entzündung behandelt, wo im Prinzip Desinfektionsmittel und dass das wieder heilt…“
Das tückische an Hautkrebs ist, dass er nicht sofort sichtbar sein muss. Es können aber bereits Tochtergeschwülste, also Metastasen, vorliegen. Hinzu kommt, dass der Tumor zuweilen an Stellen des Körpers auftritt, die nur schwer kontrollierbar sind. An der Uniklinik Dresden forschen die Ärzte mit Hochdruck an einer Möglichkeit, den Hautkrebs bereits im Frühstadium als solchen zu erkennen, um ihn gezielter auszuschalten.

Frau Prof. Dagmar Kulms, Dermatologin:

„Wir versuchen durch die Erstellung von virtuellen Netzwerken die molekularen Geschehnisse in der Krebszelle nachzustellen.“ Dazu untersucht man zunächst betroffenes Tumorgewebe. Es gilt, die Krebszellen in ihrer individuellen Struktur zu analysieren. Die ermittelten Daten werden anschließend in ein Programm übertragen. Am Computer entsteht eine virtuelle Tumorzelle. Mit dieser können die Forscher durchspielen, wie der Krebs einer bestimmten Person auf vorgeschlagene Wirkstoffe reagieren würde. „So können wir jetzt sehr gezielt – Stichwort: Personalisierte Medizin – für den einzelnen Patienten nachstellen, welche Veränderung speziell in seinen Krebszellen vorliegt und die dann durch dieses virtuelle ‚Drehen an den Schrauben‘ versuchen, so zu manipulieren, dass wir’s einfach runterschalten bzw. Zelltod induzieren können.“ Noch befindet sich das Programm in der Entwicklung, aber wahrscheinlich ist, dass es im klinischen Alltag zum Einsatz kommen wird, um Patienten wie Peter S. künftig unnötige Beeinträchtigungen zu ersparen.
(Ende Filmbeitrag)

Moderator im Studio-Interview:
Wir bleiben noch beim Thema Hautkrebs. Wir haben Frau Annegret Meyer zu uns eingeladen. Sie ist aus Stade angereist, südlich von Hamburg, an der Elbe gelegen und Frau Meyer ist heute bei uns zu Gast, weil sie die Initiative gegründet hat, ein Netzwerk Hautkrebs in Deutschland. Mir steht also die Gründerin höchst persönlich gegenüber. Frau Meyer, Sie waren vor Jahren selbst an Hautkrebs erkrankt. Wie hat man Sie damals aufgeklärt?

A. M.:
Also, die Diagnose bekam ich Freitag Mittag, als man keinen Arzt mehr erreichte, per Telefon, ich hab mich dann aber auf den Weg gemacht in ein Zentrum und dort bin ich richtig aufgeklärt worden. Ich habe das große Glück gehabt, an einen Arzt zu geraten, der wirklich eine Superleistung gemacht hat, der gute Mann hat mich aufgefangen und getragen. Und das Glück hat nicht jeder.

Moderator:
Sie haben nicht gehadert, sondern Betroffenen Mut gemacht und das Hautkrebs-Netzwerk Deutschland gegründet. Welche Hilfestellung wollen Sie mit diesem Netzwerk leisten?

A. M.:
Vor allen Dingen möchte ich das Wissen in der Bevölkerung optimieren. Denn viele wissen überhaupt nichts über Hautkrebs. Sie sagen, „wird rausgeschnitten, dann ist das gut und alles ist erledigt.“ Wir wollen den Informationsstand und die Kompetenz der Patienten erhöhen, sowie die Gründung von Selbsthilfegruppen unterstützen – das ist ein ganz wichtiger Punkt!
Dann wollen wir, wenn es genug Selbsthilfegruppen gibt, das Ziel verfolgen, in den G-BA zu kommen, d. h. in den Gemeinsamen Bundesausschuss, damit wir eine Stimme haben.
Wir sind noch ein kleiner Verein; wir existieren seit zwei Jahren. Es ist sehr mühsam, da richtig Fuß zu fassen, aber man braucht einen langen Atem und da ist es ganz wichtig, dass wir weitere Mitglieder kriegen und auch Unterstützung.

Moderator:
Wer die Diagnose erhält, der hat enormen Aufklärungsbedarf, das ist ganz klar. Der Schock, der sitzt erstmal tief, und da können Sie schon helfen, Sie können ganz persönlich auch helfen.

A. M.:
Ja, erstmal kann ich Informationen und die Erfahrungen, die ich gemacht habe, weiter geben. Und das ist auch eine Motivation für mich, dass ich anderen Leuten wirklich helfe, dass sie sich informieren können. Wir können vermitteln, wir können Kontakte zwischen Betroffenen herstellen. Es kommen ja häufig auch Anfragen nach Therapien oder nach Nebenwirkungen. Die kann ich selber nicht aus eigener Erfahrung beantworten. Ich habe aber ein gutes Umfeld und bin sehr gut vernetzt, so dass ich Patienten untereinander zusammenführen kann.

Moderator:
Wer arbeitet da alles in Ihrem Netzwerk mit? Sie sind ja selbst Vermessungstechnikerin; Sie haben sich das alles angeeignet. Wer arbeitet da in Ihrem Netzwerk mit?

A. M.:
Also, wir haben im Netzwerk auch einen guten wissenschaftlichen Beirat. Wenn’s jetzt um medizinische Fragen geht, dann stehen die uns zur Verfügung; und das klappt sehr gut. Und ansonsten sind es verschiedene Selbsthilfegruppen, die ich damals zusammen getrommelt habe, sag‘ ich mal, um das Netzwerk zu gründen. Das ist ganz wichtig.

Moderator:
Wie erfolgreich sind alternative Methoden heutzutage im Vergleich zur klassischen Therapie? Was haben Sie damit für Erfahrungen gemacht, mit Menschen, die sich bei Ihnen gemeldet haben?

A. M.:
Also, es gibt Menschen, die sich noch immer auf die Alternativmedizin berufen, aber die haben dann letztendlich auch nicht die besten Erfahrungen gemacht oder gar keine guten. Aber das ist immer so, man klammert sich an den letzten Strohhalm.

Moderator:
Nun haben Sie jahrelange Erfahrung mit diesem Thema Hautkrebs. Wie müsste Ihrer Meinung nach eine sinnvolle und nützliche Hautkrebsprävention in Deutschland aussehen? Was wünschen Sie sich da?

A. M.:
Ganz wichtig ist, dass es schon im Kindesalter anfängt. Da gibt es auch ein Projekt der Deutschen Krebsgesellschaft, das nennt sich ‚Sun Pass‘. Da gehen Ärzte bzw. wir hatten auch mal den Aufruf, und haben es schon mal versucht, in Kindergärten zu gehen, um das Personal der Kindergärten aufzuklären, zu gucken, haben die Sonnenschutz, haben die Sonnenschutzsegel, ist der Außenbereich der Kindergärten entsprechend eingerichtet, damit die Kinder geschützt werden. Dann die Eltern zu informieren; das ist ganz wichtig. Aber da ist es leider so, dass häufig die Klagen oder Rückmeldungen kommen, die Eltern sind gar nicht so daran interessiert. Und das ist eigentlich sehr schade! Aber der Schutz, der eigentliche Schutz, die Prävention, sollte schon im Kindesalter beginnen!

Moderator:
Hautkrebs, eine Erkrankung, die jeden erreichen kann. Kaum einer rechnet damit, und dann ist er plötzlich da und die Furcht ist sehr groß.
Annegret Meyer war heute bei uns. Herzlichen Dank für den Besuch. Sie hat, ich sag’s gern noch einmal, das Hautkrebs-Netzwerk Deutschland e.V. gegründet. Ich wünsche Ihnen noch weiter viel Erfolg bei der Arbeit!

A. M.:
Dankeschön!

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